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Weisheitsgeschichte: Wir reiten keine toten Pferde

Das tote Pferd ist eine Metapher dafür, dem Unausweichlichen doch irgendwie ausweichen zu wollen. Viel zu oft bleiben wir im Sattel, obwohl das Pferd uns keinen Meter weiterträgt. Erklären wir manchmal jemanden für verrückt, weil er Dinge immer anders angeht? Weil er oder sie Alternativen erkannt und für Veränderungen gesorgt hat? Ist denn nicht eigentlich der verrückt, der die gleiche Sache immer und immer wieder macht? Noch verrückter ist es doch, wenn dann noch andere Ergebnisse erwartet werden, oder? Wenn wir etwas zum wiederholten Male machen, dann verengt sich unsere Sichtweise so sehr, dass wir keine Alternativen mehr erkennen. Schnell folgen wir dann einem Trott, nur um zehn Jahre später aus der Ohnmacht aufzuwachen und festzustellen, dass etwas in unserem Leben ziemlich falsch gelaufen ist.
Die folgenden Alternativen zum Absteigen aus dem Sattel kommen einem im übertragenen Sinne aus dem Berufsleben (aber auch aus dem Bildungssystem oder gesellschaftlichen Kontext) ganz bestimmt bekannt vor:

Mittwoch – Schönes Zitat, Spruch, Bonmot…
Sonntag – Tiefsinnige Weisheitsgeschichte

Hier nun die Geschichte zum Thema in Bild und Wort:

Wir reiten keine toten Pferde

Eine Weisheit der Dakota-Indianer sagt: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.”
Vielfach jedoch versuchen wir im Berufsleben andere Strategien und handeln wie folgt:

1. Wir besorgen eine stärkere Peitsche.
2. Wir wechseln die Reiter.
3. Wir sagen: „So haben wir das Pferd doch immer geritten.“
4. Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
5. Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
6. Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
7. Wir bilden eine Task Force, um das tote Pferd wieder zu beleben.
8. Wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
9. Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
10. Wir ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
11. Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
12. Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
13. Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, daß man es nicht noch schlagen könnte.“
14. Wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
15. Wir machen eine Studie, ob es billigere Berater gibt.
16. Wir kaufen etwas zu, das tote Pferde schneller laufen lässt.
17. Wir erklären, daß unser Pferd „besser, schneller und billiger“ tot ist.
18. Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
19. Wir überarbeiten die Leistungsbedingungen für Pferde.
20. Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.

 

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