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Weisheitsgeschichte: Die Kunst es allen recht zu machen

Sonntags (also heute) – eine schöne Weisheitsgeschichte

Hier nun die Geschichte zum Thema in Bild und Wort:

Die Kunst es allen recht zu machen

Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Kamel in der Mittagsglut durch die sonnenglutige Wüste von Oase zu Oase.
Der Vater saß auf dem Kamel, das der Junge führte.
„Der arme Junge“, sagte da ein Beduine. „Seine kurzen Beinchen versuchen mit dem Tempo des Kamels Schritt zu halten. Wie kann man so faul auf dem Kamel herumsitzen, wenn man sieht, daß das kleine Kind sich müde läuft.“
Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen.
Gar nicht lange dauerte es, da erhob schon wieder ein Wüstenbewohner seine Stimme: „So eine Unverschämtheit. Sitzt doch der kleine Bengel wie ein Sultan auf dem Kamel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft.“
Dies schmerzte den Jungen und er bat den Vater, sich hinter ihn auf das Kamel zu setzten.
„Hat man so was schon gesehen?“ keifte eine schleierverhangene Frau, „solche Tierquälerei! Dem armen Kamel hängt bei den Zweien der Rücken durch, und der alte und der junge Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus, als wäre er ein Diwan, die arme Kreatur!“
Die Gescholtenen schauten sich an und stiegen beide, ohne ein Wort zu sagen, vom Kamel herunter.
Kaum waren sie wenige Schritte neben dem Tier hergegangen, machte sich einer über sie lustig: „So dumm möchte ich nicht sein. Wozu führt ihr denn das Kamel spazieren, wenn es nichts leistet, euch keinen Nutzen bringt und noch nicht einmal einen von euch trägt?“
Der Vater streichelte das Kamel liebevoll und legte seine Hand auf die Schulter des Sohnes und sprach:
„Gleichgültig, was wir machen, – es findet sich immer jemand, der damit nicht einverstanden ist. Ich glaube, wir müssen selbst wissen, was wir für richtig halten.“

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Bildentwurf, Graphik und Copyright by: Richard Hauck
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